Drag* March Berlin 2026: Queerful gegen Rechts
Anlässlich des ersten deutschen Drag* March sprachen wir mit Co-Initiatorin Cornelia darüber, weswegen Drags zu Symbolfiguren queerfeindlicher Hetze geworden sind, wie Bridging die queeren Communitys enger verbindet, und wie die Kritik am Drag* March sie überrascht hat. Hallo Cornelia, der Drag* March ist in Deutschland eine neue Idee und feiert Premiere am 24. Juli unter dem Motto „Haltung ist hot: Segen statt Hetze“. Kannst du das kurz erklären? Der Drag* March hat eine lange Tradition in den
USA und findet seit 1994 statt. Ursprünglich als Reaktion auf den Ausschluss von Tunten und Lederkerlen vom New York Pride, wie das etwa in Deutschland immer wieder gegen die Fetisch-Szene versucht wird. Angesichts des rechten Backlash gegenüber Drags gehen wir also sichtbar auf die Straße zum CSD in Berlin, dessen Motto ist ja „Haltung ist hot“. Vor allem ist es super, wenn wir uns zusammenschließen, und was könnte da besser sein als ein „Segen gegen Hetze“? Dieser kommt natürlich von den
Schwestern der Perpetuellen Indulgenz und ich hoffe, der wird wahnsinnig unchristlich sein. Drags sind die lauten, lustigen Marker unserer Communitys. Tatsächlich sind sie aufgrund ihrer Sichtbarkeit auch die, die am meisten angegriffen werden, aber eben nicht geschützt sind, weil bei uns LGBTIQ+ zwar alle möglichen Sexualitäten und Geschlechter gelistet werden, jedoch der Buchstabe D fehlt: Drags. Ein King* kann nicht zur Polizei gehen und anzeigen, dass er als Mann angegriffen wurde, als
Lesbe, sondern als Drag. Ja, die Hetze gegen Drag ist ein interssanter Mix aus Queerphobie, Frauenfeindlichkeit und das Unterdrücken von Sichtbarkeit. Das gute alte „Bevor wir euch irgendwo ins Gefängnis stecken, seid mal bitte unsichtbar“, wie man zu düsteren Zeiten zu jüdischen Deutschen gesagt hat. Aber das ist total lustig, das D auch noch bei LGBTIQ+ mit reinzunehmen – ist Drag eine Identität, oder nicht? Ich lese gerade Leslie Feinbergs altes Buch Transgender Warriors , da geht es um
Transmaskuli...