Berlins queerer Norden? Existiert.

Berlins queerer Norden? Existiert.

Q*OMPASS Launch trotz Streik, Berlin-Style Es gibt kaum Erhebenderes, als wenn man den schneereichsten, härtesten Winter seit dreizehn Jahren an einer App arbeitet, und der Launch am ersten Frühlingstag stattfindet. Es war der 27. Februar – 18 Grad, Sonne, auch wenn 3 Grad normal wären – als unser Team mit Influencern und Politik, mit Community-Heldinnen und natürlich unseren Frenemies die Online-Geburt von Q*OMPASS feierte. Zumindest denen, die es nach Kreuzkölln geschafft hatten. Die Hälfte

der geladenen Gäste hatten in letzter Sekunde abgesagt: Es war wiedermal Streik in Berlin, weder U-Bahnen noch Busse durchquerten die Stadt, und die oft erlösende Ringbahn war unterbrochen, natürlich. Gibt es queeres Leben im Norden? Trotzdem viele unserer Leute in letzter Sekunde abgesagt hatten, pulsierten beide Ebenen der rammelvollen Kleinen Freiheit bis in den frühen Morgen. Neben der Details der App und allgemeinem Tratsch war irgendwann auch Thema: Was macht man eigentlich so im Norden,

wenn nix fährt? Und die anwesenden Queers fragten sich: Müssen wir uns Sorgen machen? Sind die da oben traurig, so abgeschnitten vom Rest der Stadt? Ja, Berliner können grausam und arrogant sein, mit Genuss. Berlin ist keine Stadt, sondern 100 Dörfer Entgegen falscher Annahmen gibt es nicht nur die Ost-West-Grenze, sondern eben auch die Nord-Süd-Teilung in Berlin. Und das queere Nachtleben, der queere Strudel findet überwiegend südlich der Spree statt, ist einfach so. Dass die Stadt rasant

gewachsen ist, änderte nichts daran, dass Berlin nicht nur die bevölkerungsreichste Stadt der EU ist, sondern immer noch 100 Dörfer. Und die verlässt niemand gern, werden viele Kreuzberger, Schöneberger, Neuköllner und Charlottenburger so abnicken. Aber nördlich von Mitte? Da fiel niemandem ein, wo man dort den lauen Frühlingsabend hätte verbringen können, oder in die Nacht ziehen. Zwischen Drinks und Dancefloor-Detox fiel irgendwem Tipsy Bear ein, aber sonst? Morgenrot, Curly & Co.: Queere

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