Hey hey, hier ist Baffi, Founder von Q*
Vorsicht, Friedrich Merz ist ein freundlicher Mensch! Irgendwie ist unser Bundeskanzler an all dem Schuld: An meinem Queer-Aktivismus, am Schärfen der politischen Krallen, an dieser App. Friedrich Merz trat in mein Leben, da ging ich noch zu Schule und las, wie er gegen die Lockerung des Abtreibungsverbots wetterte. Zwei Jahre später, als ich längst in einer lesbischen WG wohnte, stimmte er gegen die Strafe bei Vergewaltigung in der Ehe. Ja, dieser alte Mann (der damals jünger war als ich heute)
war schon in prähistorischen Zeiten auf der falschen Seite der Geschichte – das war mir klar, der Gesellschaft eh, und sogar seiner eigenen Partei, die mit ihm schon in den Neunzigern nichts anzufangen wusste. Als die CDU im Schwarzgeldsumpf unterging, nutzte er als Oppositionsführer im Bundestag seine 15 Minuten im Spotlight mit seinen Widerstand gegen die Homo-Ehe und einer Debatte um „deutsche Leitkultur“ – Rassismus, völkisches Denken und Queerfeindlichkeit machten ihn schon damals zum
Hoffnungsträger der Rechten, dem erst eine Frau aus Ostdeutschland (zwei weitere seiner Allergien) ein Ende setzte. Ich arbeitete 2006 als Buchhändler, Merz war längst eine Fußnote, ein politischer Has-been, da stand er vor mir, und ich darf hier nicht lügen: Ein auffallend angenehmer Kunde, der mich in unseren gemeinsamen fünf Minuten mit sanfter Stimme und liebem Blick erstaunte, und ich zum Schluss kam: Friedrich Merz ist ein freundlicher Mensch. Der gemeinsame politische Feind steht rechts,
nicht? Das machte was mit mir. Unter meinen trans Freund*innen und Lesben und Schwulen machte ich über die Jahre die Erfahrung, dass mit Konservativen gute Gespräche und Austausch möglich, sogar wertvoll ist. Mein Werkzeug als Aktivist war immer das wirksame Zusammenführen politischer Kräfte, von Vereinen und Institutionen und Presse, dabei wurde die Parteizugehörigkeit immer unwichtiger – der gemeinsame politische Feind waren ja die Rechtsextremen, die von einer ewigen 2-Prozent-Minderheit zum
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